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Unsere Forderungen

Stand: 11. Juli 2026

Wenn man manchen Leuten beim Reden zuhört, möchte man fast meinen, die LGBTQI+ Community hätte mittlerweile schon alles erreicht. Bei näherem Hinsehen zeigen sich jedoch deutliche Lücken im Gesetz, von der tatsächlichen gesellschaftlichen Akzeptanz von queeren Menschen einmal ganz abgesehen. Auch wenn zumindest Homosexualität in den letzten zwei Jahrzehnten - besonders in den urbanen Zentren - deutlich entstigmatisiert wurde, ist die Situation für trans Personen doch immer noch eine andere. Wir sind viel sichtbarer in der Öffentlichkeit, was uns auch gleichzeitig verletzlicher macht.

Darüber hinaus benötigen die meisten trans Personen zusätzlich Zugang zu einer Personenstandsänderung und medizinischer Hilfe in Form von einer Hormonersatztherapie oder geschlechtsangleichenden Operationen. Der Zugang dazu ist immer noch sehr bürokratisch und nicht selten werden Betroffene mit Gatekeeping im Gesundheitssystem konfrontiert, das ihnen eigentlich helfen sollte. Stattdessen wird ihre Transidentität offen in Frage gestellt und im schlimmsten Fall zahlt man dann auch noch für eine negative Diagnostik.

Um die bestehenden Missstände im System sichtbarer zu machen und um klar aufzuzeigen, was wir als Community noch einfordern müssen, um zu unserem Recht zu kommen, haben wir die folgende Liste mit politischen Forderungen aufgestellt:

  1. Umsetzung eines Selbstbestimmungsgesetzes nach dem Vorbild von Argentinien.

  2. Konsequentes Verbot von jeglicher Form von Konversionsbehandlungen (sowohl aufgrund sexueller Orientierung als auch Geschlechtsidentität) inklusive Strafverfolgung auch im Ausland.

  3. Ausbau von medizinischer, psychologischer und therapeutischer Versorgung (Psychotherapieplätze, Psychiaterinnen, Gynäkologeninnen/Endokrinologeninnen, etc.).

  4. Die Entfernung von Bart und Oberkörperbehaarung bei trans Frauen soll von der Krankenkasse übernommen werden (zumindest die Grundbehandlung) - dafür soll es Ärzte sowohl als auch zertifizierte Studios geben (Ärzteinnen sind auf diesem Gebiet nicht unbedingt kompetenter als Beautysalons).

  5. Entbürokratisierung des Zugangs zu Hormonblockern für trans Jugendliche - niemand soll gegen den eigenen Willen die falsche Pubertät durchmachen müssen!

  6. Diskriminierungsschutz nicht nur im Arbeitsrecht sondern in allen Lebenslagen („Levelling-Up") - für ein Verbot von Diskriminierung auf Basis von sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität oder Geschlechtsausdruck.

  7. Verpflichtende Weiterbildung von medizinischem Fachpersonal zum Umgang mit trans, nicht-binären und intergeschlechtlichen Personen.

  8. Weiterbildung von Personal in Bildungseinrichtungen zum Thema trans und inter sowie altersgerechtem Umgang mit den Themen Geschlecht und Sexualität.

  9. Totalverbot von medizinisch unnötigen geschlechtsangleichenden Eingriffen bei intergeschlechtlichen Kindern (Intersex Genital Mutilation, kurz: IGM)!