Alle Dinge, die im Rahmen der Selbsthilfegruppe besprochen werden, sind
strikt vertraulich zu behandeln! Was in der Gruppe gesagt wird, bleibt
auch in der Gruppe!
Transphobie, Rassismus, Behindertenfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit
oder ähnliche diskriminierende Ansichten haben in der Gruppe nichts
verloren!
Während saloppe Ausdrucksweisen völlig in Ordnung sind und Wortmeldungen
auch nicht immer ganz politisch korrekt ablaufen müssen, sind dennoch
jegliche Aussagen mit rassistischem oder gar transphobem Unterton
tunlichst zu unterlassen! Weder pauschalisierende Aussagen über
Menschengruppen ("Die Ausländer sind alle...") noch abwertende Aussagen
über die Geschlechtsidentität oder Geschlechtsausdruck eines Teilnehmenden
werden toleriert! Letzteres gilt insbesondere in Bezug auf nicht-binäre
Identitäten. Dazu zählen auch reaktionäre Anschauungen, die auch unter dem
Begriff „trans medicalism" bekannt sind, die besagen, dass man nur
wirklich trans sei, wenn man auch geschlechtsangleichende Maßnahmen
anstrebt. Wer diese Ansicht teilt und diese Selbsthilfegruppe besucht,
sollte sie also besser für sich behalten. Gleichermaßen sollte es
selbsterklärend sein, dass absichtliches Misgendern oder Deadnaming ein
klares No-Go ist.
Es gilt die Identität(en), Entscheidungen, Erfahrungen und Gefühle
anderer zu respektieren und sie nicht einfach in Frage zu stellen oder
versuchen sie wegzureden.
Dies gilt ganz besonders bei physischen und psychischen Gewalterfahrungen
und dem Erfahren von Diskriminierung. Personen, die diese Themen offen in
der Runde ansprechen, machen sich dadurch oft sehr verletzlich und daher
ist es von äußerster Wichtigkeit, dass diesem Mut nicht mit Ignoranz oder
gar Unverständnis, sondern mit aufrichtigem Mitgefühl begegnet wird. Nur
so kann die Selbsthilfegruppe auch ein Safer Space sein, um über seine
Probleme offen und möglichst ohne Hemmungen sprechen zu können. Besonders
das Herunterspielen und Verharmlosen von Gewalterfahrungen kann Betroffene
retraumatisieren, was den Sinn dieser Selbsthilfegruppe völlig
konterkariert. Es ist auch unangemessen anderen Teilnehmenden
Lösungsansätze, die für einen selbst gut funktionieren oder funktioniert
haben, aufzwingen zu wollen - seien sie religiöser oder säkularer Natur.
Das Gleiche gilt auch für alle Hobbypsychologeninnen: andere Teilnehmende einfach
aufgrund bestimmter Verhaltensmuster oder Symptomatiken unaufgefordert zu
diagnostizieren (sei es jetzt mit ADHS, Autismus oder anderem) ist nicht
nur sehr unhöflich, sondern auch durchaus anmaßend auch wenn es nur gut
gemeint ist.
Diese Gruppe ist nicht dafür da um nach einer Beziehung oder sexuellen
Erfahrungen zu suchen.
Jegliche sexuellen bzw. romantischen Annäherungsversuche sind daher zu
unterlassen! Dies gilt sowohl für transidente als auch cis Personen!
Die Teilnahme ist nur in nüchternem Zustand erlaubt.
Sollte eine Person in betrunkenem Zustand oder unter Einfluss illegaler
Drogen zu einem Treffen erscheinen, wird diese gebeten werden wieder zu
gehen! Damit sind ausdrücklich *nicht* ärztlich verordnete Medikamente wie
zB Ritalin bei ADHS, Antidepressiva oder ähnliches gemeint, selbst wenn
diese die Verkehrstüchtigkeit einschränken können. Moderater Alkoholkonsum
ist beim gemeinsamen Zusammensitzen beim Wirten nach der Selbsthilfegruppe
natürlich erlaubt, allerdings ist auch hier darauf zu achten sich nicht so
zu betrinken, dass es zu auffälligem Sozialverhalten führt.
Es spricht grundsätzlich immer nur die Person, die in der Runde gerade
das Rederecht hat.
Es sei denn, es handelt sich explizit um eine offene Runde, wo sich alle
einfach zu Wort melden können (das macht eventuell am Ende des Treffens
Sinn, wenn schon alle einmal dran waren). Getratsche untereinander,
während jemand gerade spricht, ist sehr unhöflich und störend und daher zu
unterlassen. Natürlich ist es in Ordnung auf Gesagtes unmittelbar zu
Antworten (zB wenn eine Person auf der Suche nach medizinischen Kontakten
ist), allerdings sollte sich diese Wortmeldung dann auch direkt auf das
Gesagte beziehen und nicht vom eigentlichen Thema ablenken oder in einen
Monolog ausarten. Sollte bei einem Thema plötzlich eine wilde Diskussion
ausbrechen, ist es meist besser, die Runde vorher noch zu Ende zu bringen
und das Thema anschließend noch einmal in einer offenen Runde zur
Diskussion zu stellen. So kann sichergestellt werden, dass alle ihre
Redezeit hatten, ohne dabei wichtige Themen unter den Tisch fallen zu
lassen.
Niemand ist verpflichtet, aktiv an der Gruppe teilzunehmen. Was die
Teilnehmenden mit der Gruppe teilen und in welchem Ausmaß obliegt
alleine ihnen.
Üblicherweise gibt es zu Beginn des Treffens eine kleine Vorstellrunde,
aber sowohl das Nennen des eigenen Namens als auch der verwendeten
Pronomen ist optional. Alle Teilnehmenden dürfen so anonym bleiben, wie
sie es wünschen.
Alle Teilnehmenden sollten etwa gleich lange die Chance bekommen, reden
zu dürfen.
Während es Sinn macht und auch erwünscht ist, zurückhaltenderen oder
schüchternen Personen mehr Raum zu geben und sie zu ermutigen mehr aus
sich herauszugehen, gilt es umgekehrt für sehr redefreudige Teilnehmende
etwas auf die Zeit zu achten. Sofern es sich nicht um eine offene Runde
handelt, sollte sich eine Wortmeldung auf maximal 5-7 Minuten beschränken,
da sonst besonders bei besser besuchten Treffen nicht mehr genug Redezeit
für alle anderen übrig bleibt.
Diese Gruppe steht grundsätzlich allen Menschen offen, ungeachtet ihrer
Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung - wir sind eine
inklusive Selbsthilfegruppe!
Dadurch sind wir auch offen für alle, die überlegen, ob sie trans sind
oder nicht, und geben gerne Unterstützung bei der Selbstfindung. Darüber
hinaus kann es für manche auch Sinn machen, am Anfang Begleitpersonen zur
Unterstützung mitzunehmen. Gleichzeitig ist es wichtig zu betonen, dass
Teilnehmende die sich eindeutig als cis-geschlechtlich identifizieren den
anderen in der Gruppe beim Reden den Vortritt lassen sollten, sodass die
wesentlichen Themen auch besprochen werden können. Der eigentliche Zweck
der Gruppe ist Hilfe zur Selbsthilfe und Austausch unter
transgeschlechtlichen bzw. möglicherweise transgeschlechtlichen Menschen
und nicht die Aufklärung von cis Personen zum Thema transgender. Für
diesen Zweck sollten eigens dafür vorgesehene Treffen vereinbart werden,
damit der normale Ablauf der Selbsthilfegruppe dadurch nicht gestört wird.
Punkte 1 bis 4 gelten auch beim gemütlichen Zusammensitzen der
Selbsthilfegruppe beim Wirt!
Bei Verstoß gegen diese Regeln gibt es je nach Schweregrad eine
Verwarnung. Bei Nichtbeachtung behält sich die Gruppenleitung vor,
Teilnehmende aus der Gruppe auszuschließen.
Ob ein wiederholter Verstoß gegen die Regeln zu einem Ausschluss führt,
hängt immer vom konkreten Fall ab. Während es bei Verstößen gegen die
Rededisziplin bei einer Ermahnung bleiben wird, sollte man bei
diskriminierenden oder anderweitig respektlosen Aussagen und
Verhaltensweisen anderen gegenüber mit weniger Zurückhaltung rechnen.
Für den Fall, dass sich Teilnehmende während des Treffens unwohl gefühlt
haben, können sie sich jederzeit an die Gruppenleitung wenden.
Dies kann entweder im persönlichen Gespräch nach Ende des Treffens sein
oder auch per E-Mail oder per PN auf Discord. Auch konstruktives Feedback
ist gerne gesehen!